Wie ist die Aufteilung der Sitze auf die Geschlechter innerhalb der beiden Gruppen?

Vordruck 2 | Näheres zu dem Wahlausschreiben findet man im Leitfaden, Kapitel 4.3. | § 5 Abs. 4 und Abs. 5 WO

Nach dem HPVG gibt es nur zwei Geschlechter, nämlich Frauen und Männer. Wenn einer Gruppe nur ein Sitz zusteht, gibt es hier keine Geschlechterquotierung. Dies trifft in den oben erwähnten Zahlenbeispielen auf die Gruppe der Arbeitnehmer zu. Dies wird wohl auch die Realität in den meisten Schulen sein. Ansonsten wird in jeder Gruppe der Anteil von Frauen und Männern bei den Wahlberechtigten festgestellt und demgemäß die Anzahl der beiden Geschlechtern zustehenden Sitze berechnet. Dies geschieht wieder nach dem Verhältniswahlrecht (Verfahren nach Hare-Niemeyer).

Zu Beispiel 1:
Die Gruppe der Beamten (55) besteht aus 20 Männern und 35 Frauen. Es sind die 4 Sitze der Beamtengruppe zu verteilen.
Die Rechnung für die Männer:
20 x 4 = 80 : 55 = 1,45

und für die Frauen:
35 x 4 = 140 : 55 = 2,54

Damit haben also die Männer zuerst (Stelle vor dem Komma)  einen Sitz und die Frauen zwei Sitze. Wegen der größeren ersten Nachkommastelle bekommen die Frauen noch einen weiteren Sitz, so dass das Verhältnis dann insgesamt 1 : 3 ist.

Zu Beispiel 2:

An diesem Beispiel soll eine weitere Besonderheit dargestellt werden, die aber durchaus in sehr vielen Schulen (z.B. Grundschulen) auftritt: Da der Personalrat insgesamt aus 3 Mitgliedern besteht, sind also 2 Beamtensitze zu verteilen. Nehmen wir jetzt an, die 27 Beamten teilen sich auf in 5 Männer und 22 Frauen.

Für die Männer ergibt sich die folgende Rechnung:
 5  x 2 = 10 : 27 = 0,37

Entsprechend für die Frauen:
22 x 2 = 44 : 27 = 1,62

Hier haben nun die Frauen aufgrund der 1 vor dem Komma also zunächst einen Sitz, dann aber auch die größere Nachkommastelle, also fällt den Frauen dann auch der zweite Sitz zu.

Das Verhältnis ist also tatsächlich 0 : 2 und muss so auch in das Wahlausschreiben eingetragen werden!

Bei der Verteilung der Sitze auf die Geschlechter gibt es keinen Minderheitenschutz. Auf der anderen Seite darf man aber die fünf Männer nicht von der Kandidatur ausschließen, damit würde man ihnen nämlich das passive Wahlrecht entziehen. Daher gibt es eine Sonderregelung (§ 13 Abs. 1 Satz 5 HPVG): Auch wenn einem Geschlecht zunächst kein Sitz zusteht, kann doch ein Vertreter des in der Minderheit befindlichen Geschlechts (hier also ein Mann) auf einem Wahlvorschlag kandidieren und auch gewählt werden. Dies kann im Hinblick auf die Verteilung der Sitze auf die Geschlechter zu einer anderen Zusammensetzung des Personalrats führen. In den Formularen für das Wahlausschreiben (Vordrucke 3a und 3b) wird dieser Sachverhalt in der Fußnote 8 berücksichtigt.

In Einzelfällen muss sowohl bei der Verteilung der Sitze auf die Gruppen als auch auf die Geschlechter ein Losentscheid getroffen werden.